Ein neues Jahr beginnt, und viele wünschen sich und einander, dass es ein friedliches Jahr werden möge. 🕊️☮️

Im Großen steht man den Entwicklungen auf der Welt diesbezüglich manchmal ein wenig machtlos gegenüber… Aber vielleicht beginnt Frieden ja manchmal im Kleinen, dort, wo man es sich im Freundeskreis, in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft miteinander ausreden kann.

Sicher, manchmal klappt es mit dem Ausreden nicht gleich auf Anhieb…

Ich will jetzt nicht jedem gleich eine professionelle Konfliktmediation ans Herz legen, weil ich weiß, dass für viele die Kosten abschreckend sind (wenngleich vom Stundensatz nicht deutlich höher als bei einer Massage oder einem Friseurtermin).

Aber vielleicht ein kleiner Tipp zur eigenen Anwendung: Das ganz zentrale Element jeder Mediation besteht darin, genau herauszuarbeiten und zuzuhören, was die beiden Seiten eigentlich brauchen. Je höher eskaliert ein Konflikt schon ist, umso schwerer ist es dabei, den eigenen Ärger zurückzustecken und einmal gut hinzuhören, was genau der andere sagt – dabei kann genau das oft in kürzester Zeit die gesamte Luft aus einem Konflikt herauslassen.

Wenn also das Gegenüber im Büro das nächste Mal herüberschmettert: „Jetzt rührst du schon wieder deinen Kaffee so laut um, als wolltest du mit dem Löffel das neue Jahr noch einmal einläuten! 🔔“

… vielleicht schafft man es dann, statt zurückzuschießen „Das musst gerade du sagen, wo du mit Leuten immer in einer Lautstärke telefonierst, dass du kein Telefon dafür bräuchtest! 📞“, stattdessen besser zu fragen: „Oh, das ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich das tue; stört dich das beim Arbeiten? Wie oft kommt das vor? Wollen wir vielleicht generell einmal über die Lautstärke im Büro reden? Vielleicht finden wir ja gemeinsam ein paar Ideen, die für uns beide besser funktionieren.“

Möglicherweise findet man tatsächlich eine Lösung, zum Beispiel eine Verschiebung von Home Office Tagen. Aber selbst wenn nicht, ganz oft hilft schon, einfach einmal gehört zu haben: Oh, der andere macht das gar nicht, um mich zu ärgern. Wenn dann die eine Person den Kaffee schon in der Küche umrührt und die andere vorm Telefonieren kurz über den Tisch schaut und sagt „Ich muss kurz telefonieren, wird ungefähr 10 Minuten dauern“, vielleicht erträgt man einander im neuen Jahr dann schon viel leichter, ganz ohne dass dafür irgendein großes Wunder geschehen sein braucht.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein glückliches, zufriedenes und friedliches neues Jahr 2026! 🍀☺️🕊️

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Portraitfoto Birgit Vera Schmidt
Birgit Vera Schmidt